Dirac XT: Testurteil Klang+Ton 4/2004
"Messwerte
Wenig Grund zur Kritik bieten die üblichen Messdiagramme. Selbst unter 30 Grad Messwinkel
bleibt der Pegel des Hochtöners bis 15 kHz auf Mitteltonniveau. Nehmen wir die 88-dB-Linie
als Maßstab, liegen die Abweichungen von der glatten Kurve im gehörwichtigen Bereich bei
+/- 2 dB, mit einer leichten Senke in den unteren Mitten. Bei 200 Hz liegt das
Impedanzminimum von 4 Ohm, makellos sind die Diagramme des Wasserfalls, der Sprungantwort
und der akustischen Phase. Nahezu gleich sind die Darstellungen des Klirrs für 80 und 90 dB
mit einer einzigen K3-Spitze bei 2,5 kHz.
Klang
Wenige Takte Musik genügen uns im Hörraum, um zu wissen, was hinter der
unvermuteten Gestaltung des Gehäuses steckte: tiefe Bässe mit Kontur und Präzision
überraschten die Zuhörer. Dass diese kleine Kiste so erwachsen spielte, hatten wir
nicht erwartet. Auch die Lautstärke reichte bei weitem aus, im Mietshaus auch mehrere
Stockwerke mit dem gleichen Bassrhytmus zu versorgen. Frei und offen spielten die Bläser
bei George Michaels "Secret Love", kein noch so kleiner Ton, der von den Hi-Hats
erzeugt wurde, blieb dem Ohr verborgen. Faszinierend war die Leichtigkeit der
Hochtonwiedergabe. Plastisch und zum Greifen nah, körperhaft, doch nicht zu dick hob sich
die Stimme aus der umgebenden Musik, man fühlte fast den Swing des vergangenen Jahrhunderts
in den "Songs Of The Last Century". Ausdrucksstark und einfühlsam zugleich
bezauberte uns danach Sade mit ihrem Konzert "Lovers Live". das wir per DVD genossen.
Der Jubel des Publikums, klatschende Hände, ein wunderbar gespieltes Saxofon, bei
"Smooth Operator"; es kribbelte wie live dabei, wobei die ausgesprochen gute
Raumabbildung ihr Übriges zum Genuss beitrug.
Passend zur Dirac XT bietet Iris Strassacker gleich bestückte Center und Rear-Speaker an, die
mit den gleichen, weil abgeschirmten Chassis selbst dem empfindlichsten Fernseher nahe kommen
dürfen. So ist auch dem Freund des Musiksehens exzellenter Klang rundum gewiss.
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