Needle CX, Standlautsprecher   in K+T 6/2010

 
technische Daten:
- Impedanz: 8 Ohm
- Kennschalldruck (2,83V/1m): 82 dB
- Maße (HxBxT): 981 x 170 x 250 mm
- Frequenzbereich (-8dB): 50 - 23000 Hz
- Trennfrequenz(en): Hz
- Prinzip: Transmissionlinebox

Die Needle ist eine TQWT-Standbox, entwickelt von Berndt Burghard (im Internet in Foren oft Cyburgs genannt). Er erlaubte uns freundlicherweise sein Gehäuse für das Mission Koaxialsystem CP-10X zu nutzen.

Needle CX ist nach dem TQWT-Prinzip gebaut. Der Aufbau erinnert zunächst an eine Transmissionline. Bei der TQWT nimmt der Querschnitt jedoch nach außen hin zu, außerdem sitzt das Chassis nicht am Anfang sondern etwa in der Mitte der Leitung. Am Ende der Leitung befindet sich noch ein Bassreflexrohr. Somit sind hier zwei phasendrehende Elemente beteiligt: Die Linie der TQWT, die ja durch die Laufzeit die Phase dreht und das Bassreflexrohr am Ende, dessen Luftmasse im Rohr eine bedeutende Rolle spielt. Daher auch der Name: Mass loaded TL oder Mass loaded TQWT.

Das Koaxialsystem wird über eine 2-Wege-Weiche angetrieben.

Ein Ausschnitt aus Messwerte in Klang+Ton 6/2010

Die Frequenzweiche tut nur das Nötigste - das aber in einer verblüffend effektiven Art und Weise: Sieht man einmal von der aufgrund des Chassis- Prinzips unvermeidlichen Welligkeit ab, dann haben alle Boxen des Sets einen verblüffend linearen Frequenzgang - auf Achse mit steigendem Pegel zu den Höhen hin, unter Winkeln deutlich ausgewogener und mit einem hervorragenden Rundstrahlverhalten. Das Wasserfalldiagramm zeigt zwei kleine Problemzonen, die wir bei einem Chassis-Preis von 21 Euro gleich mal wieder lächelnd vergessen. Surroundreceiver mit Stabilitätsproblemen (also fast alle) freuen sich über den Impedanzverlauf, der stetig über 8 Ohm bleibt und auch keine allzu heftigen Phasendreher macht. In Sachen Belastbarkeit würde ich unserer 95-Dezibel-Messung auch den Status einer Obergrenze zuweisen - lauter geht es unterhalb von 200 Hertz mit den kleinen Konusmembranen wirklich nicht. Ansonsten bleiben K2 und K3 brav unter der Ein-Prozent-Marke. Die Needle macht als einzige so etwas wie Bass, so dass sie auch ohne Subwooferunterstützung Musik macht. Für den Surroundeinsatz mit Subwoofer würde ich vorschlagen, den Kanal zu verschließen - damit gelingt ein rundum einheitlicher Frequenzgang.

Ein Ausschnitt aus dem Klang+Ton Hörtest

"Mit offenem Kanal durften die Needles dann erst einmal im Stereobetrieb ran: Angenehm, offen und für die Preisklasse verblüffend subtil gingen die beiden schlanken Boxen mit der aufgelegten Musik um - das hat schon etwas richtig Audiophiles und macht auch auf Dauer Freude. Richtig Tiefbass gibt es nicht, das wird aber durch die leichte Überhöhung im Oberbass kompensiert - es soll nicht wenige Leute geben, die nicht mehr zum zufriedenen Musikhören brauchen. Kann man verstehen. Im Surroundbetrieb sorgen die fünf absolut gleich bestückten Boxen für ein phänomenales Raumerlebnis - und das mit einer präzisen Tonalität, die jeden Gedanken an Fertigsysteme der unteren Preisklasse komplett vergessen lässt. In Zusammenarbeit mit einem oder mehreren Subwoofern kommt kein Wunsch nach größeren Boxen auf - bemüht man am Receiver die "Small-Einstellung" mit Hochpassfilter, dann geht auch ordentlich Pegel - ideal für Konzert-DVDs, wo es auch mal ordentlich zur Sache geht. Dass es dabei immer wohltönend zugeht, dafür sorgen die hochmusikalischen Wurzeln des gesamten Sets."

Preis für ein Paar kundenspezifische Lautsprecher mit beliebiger Farbe EUR 1422,22 ohne MwSt: € 1226.05 / $ 1434.48